Laughing tattoo artist working on a client.

Wie hilft man einem Kunden mit Angst?

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Gerade Kunden, die ihr erstes Tattoo bekommen fragen sich: Wie schmerzhaft ist ein Tattoo? Das Stechen eines Tattoos verursacht Schmerzen, keine Frage. Jedoch haben einige Menschen eine höhere Schmerztoleranz als andere und/oder können die Schmerzen besser aushalten als andere. Die Erwartungshaltung spielt dabei eine große Rolle.

Wenn die Angst und Erwartung vor dem Schmerz allerdings so hoch ist, dass der Kunde in Panik gerät und der Termin deswegen auf der Kippe steht, muss Abhilfe her. Denn meist ist die Angst unbegründet und der befürchtete Schmerz ist geringer als der Kunde denkt. Wir haben ein paar Tipps zusammengestellt, wie du deinem Kunden schon im Vorfeld etwas von seiner Angst nehmen kannst und die Tattoo-Session so angenehm wie möglich gestalten kannst.

Was hilft gegen Tattoo Schmerzen?

Du kannst deinem Kunden seine Schmerzen zwar nicht abnehmen, aber ihm zumindest dabei helfen, sie etwas besser auszuhalten. In Tattoos steckt letztendlich nicht nur viel Herzblut vom Tätowierer, sondern auch etwas Leid des Kunden. Aber das sollte jedes Kunstwerk unter der Haut auch wert sein.

Schaffe Vertrauen

Um deinem Kunden schon von Anfang an etwas seiner Angst zu nehmen, ist es wichtig bereits früh Vertrauen herzustellen. Das kannst du erreichen, wenn dein Studio, oder das Studio in dem du arbeitest, schon ansprechend und sauber eingerichtet ist. Der Kunde sollte sich schon beim Betreten des Studios gut aufgehoben fühlen und sich sicher sein, hier ein qualitativ hochwertiges und hygienisch gestochenes Tattoo zu erhalten.

Das Studio sollte nicht wie ein OP-Saal aussehen, aber auch nicht wie die Sofa-Ecke in einer Bar. Ein gesunder Mix zwischen hygienisch-sauberem Anspruch und Gemütlichkeit und Individualität ist hier gefragt. Wenn du Auszeichnungen von Conventions oder Zertifikate hast, kannst du sie sichtbar an den Wänden befestigen, da du deinem Kunden damit ebenfalls signalisierst, dass du Erfahrung hast und für deine Arbeiten ausgezeichnet wurdest.

Bereite den Kunden auf die Session vor

Ein weiterer Punkt ist der direkte Kontakt zum Kunden. Er soll sich gut aufgehoben und in sicheren Händen fühlen. Das Beratungsgespräch und der persönliche Kontakt sollte freundlich und professionell sein. Gebe deinem Kunden am besten einige Tipps mit auf den Weg für die Tage vorm Tätowieren und dem eigentlichen Stichtag. Sage ihm, an was er davor denken sollte (kein Alkohol am Vortag; genug schlafen; ausreichend Frühstücken/Essen; etc.) und was er alles mitbringen sollte (bequeme Kleidung; evtl. ein Kissen, Heizdecke; etwas zu trinken/essen, Kopfhörer, etc.)).

Du solltest deinem Kunden auch sagen, wie lange die Session etwa dauern wird, damit er genug Zeit einplant und einen groben Plan vom Ablauf hat. Falls dein Kunde Angst vor Nadeln hat, oder fragt wie sehr ein Tattoo weh tut, solltest du ihm ehrlich antworten, dass er Schmerzen haben wird, diese aber geringer sind als z.B. bei medizinische Injektionen.

Meist ist der zu erwartende Schmerz während der Session geringer und erträglicher, als der Kunde es sich im Vornherein vorstellt. Mit diesem Wissen und deinen Tipps kann sich der Kunde gut auf den bevorstehenden Tattootermin vorbereiten und das richtige Mindset für die Session entwickeln.

Tattoo artist putting stencil on customer.

Mach es deinem Kunden so bequem wie möglich

Dein Kunde sollte es sich bei dir so bequem wie möglich machen können. Gerade bei langen Sessions ist es wichtig, dass dein Kunde komfortabel liegt oder sitzt, damit zum eigentlichen Tätowierschmerz nicht noch Schmerzen aufgrund von falscher Haltung hinzukommen. Ein bequemer, ergonomisch geformter Tattoostuhl oder eine spezielle Tattooliege wirken dabei Wunder.

Außerdem lässt sich der Kunde mit professionellen Tattoomöbeln viel besser in Position bringen und die Session gestaltet sich damit auch für dich einfacher. Eine lockere Atmosphäre im Studio gehört natürlich auch dazu. Wenn dein Kunde sich während der Session etwas ablenken möchte, indem er etwas auf seinem Tablet anschaut, oder seine eigene Musik/Hörbücher über Kopfhörer hören möchte, solltest du ihm das ermöglichen.

Sei konsequent aber verantwortungsvoll

Manche Menschen sind etwas leidvoller als andere. Die Zähne etwas zusammenbeißen kann aber jeder. Falls dein Kunde sehr schmerzsensibel ist, solltest du darauf so wenig wie möglich eingehen. Ein Tattoo bereitet natürlich Schmerzen, deswegen ist es auch ganz normal, dass dein Kunde Schmerzen verspürt. Allerdings hilft es ihm nicht, wenn ihr beide darüber redet wie schmerzhaft es gerade ist.

Falls dein Kunde jammert, ist es am besten du probierst ihn abzulenken oder schaust einfach darüber hinweg – natürlich nur in dem Fall, dass es dem Kunden ansonsten gut geht (kein Schwindel, Übelkeit, Blässe, o.ä.). Hast du das Gefühl, dass eine Gefahr für die Gesundheit deines Kunden bestehen könnte, solltest du die Session unterbrechen bis er sich wieder wohl fühlt. Beruhige deinen Kunden, und mache erst weiter, wenn du risikofrei arbeiten kannst.

Betrachte die Session als Gemeinschaftsarbeit

Eine Tattoo-Session ist immer eine Gemeinschaftsarbeit zwischen Tätowierer und Kunde. Der Tätowierer muss sich voll konzentrieren, um seine beste Arbeit abzuliefern und der Kunde muss seine Schmerzen unter Kontrolle – und seinen Körper möglichst ruhig halten. Wenn dein Kunde sich aufgrund von Schmerzen zu sehr bewegt und deine Arbeit dadurch erschwert wird, solltest du ihm das erklären.

Auch, wenn du gerade an einer kritischen Stelle tätowierst, ist es von Vorteil deinen Kunden darauf hinweisen, da er sich jetzt besonders darauf konzentrieren muss, sich nicht zu bewegen. Oft hilft es dem Kunden, wenn du ihm sagst, dass er ruhig und konzentriert atmen soll. Falls sich dein Kunde zu sehr bewegt und zuckt, kannst du dich mit ihm absprechen, indem du ihm sagst wann du die Nadel wieder ansetzt, so dass er in dieser Zeit still hält.

Sollte dein Kunde ein ausgeprägtes Schmerzempfinden haben, kannst du dir überlegen, das Tattoo in mehreren, dafür kürzeren Sessions zu stechen. Meist lässt sich der Schmerz über kurze Zeit leichter verkraften als in langen Mammutsessions.

Wie lange tut ein Tattoo weh?

Wie lange ein Tattoo nach dem Stechen weh tut ist immer individuell. Generall kann man sagen, dass der hauptsächliche Schmerz während dem Tätowieren empfunden wird. Sind die Tattoonadeln erstmal abgesetzt und der Kunde kann sein Tattoo in voller Pracht bewundern, ist der Schmerz meist vergessen.

Das Tattoo brennt leicht, aber wirklich schmerzen wird es nur noch beim Abwischen durch den Tätowierer oder bei Berührung.

Close-up of a leg getting tattooed.

Welche Stelle tut am wenigsten weh wenn man ein Tattoo bekommt?

Die Wahl der zu tätowierenden Körperstelle spielt eine große Rolle beim Schmerzempfinden. Jeder Mensch hat andere Stellen die empflindlich sind (wie z.B. beim Kitzeln). Generell kann man sagen, dass Stellen an denen weniger Nervenenden sitzen und viel Polster zwischen Haut und Knochen ist, am wenigsten schmerzen. Das ist vor allem am Oberarm so.

Viele empfinden hingegenen die Schmerzen an den Brustwarzen, am Brustbein und an den Rippen am Heftigsten, da hier kaum Abstand zwischen Haut und Knochen ist und sich dort viele Nervenenden befinden.

Wie fühlt sich ein Tattoo an?

Diese Frage lässt sich einfach beantworten. So als ob mehrere, sehr feine, Nadeln in schneller Geschwindigkeit immer wieder wenige Milimeter in deine Haut eindringen. Der Schmerz dabei ist etwa vergleichbar mit einer leichten Schürfwunde oder einem starken Kratzen auf der Haut. Es ist definitiv weniger schmerzhaft, als eine Spritze vom Arzt zu bekommen.

Das ist auf keinen Fall so, da die Nadeln weniger tief in die Haut eindringen. Allerdings geschieht das Tätowieren über einen längeren Zeitraum. Das bedingt glücklicherweise auch, dass der Körper Botenstoffe ausschüttet, die in vielen Fällen den Schmerz viel erträglicher machen. Tattoo-Neulingen kann man sagen, dass ein Tattoo, in den meisten Fällen, viel weniger weh tut, als sie es sich vorstellen. 

Wir hoffen, unsere Tipps, wie du deinen Kunden etwas von seiner Angst und seinen Schmerzen nehmen kannst, haben dir geholfen. Wenn du jedoch einen besonders ängstlichen Kunden hast, kannst du ihm gerne unseren Ultimativen Ratgeber für dein erstes Tattoo empfehlen.

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