A tattoo artist tattooing on scarred skin.

Tätowieren über Dehnungsstreifen, Muttermale, Narben und andere Hauterscheinungen

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Mit einer Tätowierung kannst du dein Aussehen so verändern wie du es gerne möchtest. Die Tattootinte ziert deine Haut nach deinen Vorstellungen. Doch es gibt auch Hautveränderungen auf die man keinen aktiven Einfluss hat und die man gerne mit einem Tattoo verdecken möchte. Ist es möglich über Dehnungsstreifen, Muttermale und Narben zu tätowieren und diese mit einem Tattoo zu verdecken?

In diesem Advice Hub Artikel beschäftigen wir uns mit der Frage, ob und wie es möglich ist, über Hautveränderungen zu tätowieren.

Dehnungsstreifen und Tattoos

Entstehung von Dehnungsstreifen

Dehnungsstreifen auf der Haut sind für die meisten Menschen ein rein ästhetisches Problem. Sie verursachen normalerweise keinerlei medizinischen Probleme und enstehen durch starkes Dehnung des Hautgewebes. Sie treten vor allem nach Schwangerschaften, Gewichtszunahmen (Fett- oder Muskelmasse), Medikamenttherapien und während des Wachstums auf und sind nicht reversibel. Besonders oft enstehen Dehnungsstreifen an den belasteten Körperregionen wie Bauch, Hüften, Oberarmen und den Brüsten.

Image of stretch marks.

Durch Überdehnung des Bindegewebes kommt es zu „Rissen“ in der Unterhaut und es bilden sich rötliche Streifen, die nach der Verheilung sichtbare Narben hinterlassen. Diese irreparablen Narben nennen wir Dehnungsstreifen.

Tätowieren über Dehnungsstreifen

Um die enstandenen Dehnungsstreifen zu verdecken gibt es die gleichen Behandlungsmöglichkeiten wie bei anderen Narben. Sie können mit Microneedling behandelt werden oder spezielle Narbencremes verwendet werden, um die Narbe weniger sichtbar zu machen. Meist lassen sich dadurch die Dehnungsstreifen jedoch nicht vollkommen rückgängig machen. Eine beliebte Methode zur Verdeckung der Dehnungsstreifen sind deshalb Tattoos.

Generell ist es möglich, Dehnungsstreifen mit einem oder meheren Tattoos zu verdecken. Allerdings sollte dabei immer der Zustand der Haut in Betracht gezogen werden. Die Dehnungsstreifen müssen vollständig und gut verheilt sein, um ein wirkungsvolles Tattoo enstehen zu lassen. Außerdem sollte der Tätowierer bereits Erfahrung mit dem Tätowieren von Narben haben, da dies eine andere Technik und ein größeres Verständnis der Hauststruktur erfordert, als ein normales Tattoo.

Auch das Design spielt eine entscheidene Rolle. In machen Fällen ist es gar nicht nötig, direkt über die Dehnungsstreifen zu Tätowieren, sondern mit ihnen zu arbeiten und sie in das Design einfließen zu lassen. Ein erfahrener Tätowierer kann die Dehnungsstreifen „unsichtbar“ machen, ohne direkt darüber zu tätowieren.

Muttermale und Tattoos

Muttermale (lateinisch: naevus) bezeichnen gutartige Veränderungen der Haut. Sie haben meist eine braune Färbung und entstehen durch Fehlbildungen der Haut oder Schleimhaut. Muttermale oder auch Leberflecken kommen sowohl flach als auch als Hauterhebungen an jeder Stelle der Haut vor. Auch Feuermale und Blutschwämmchen zählen in die Gruppe der Nävi.

Tätowieren über Muttermalen

Ein Muttermal mit einem Tattoo zu verdecken ist keine gute Idee. Das Tätowieren von kleinen flachen Muttermalen ist, wie bei Sommersprossen (siehe weiter unten), durchaus möglich. Wenn die Muttermale allerdings größer und erhaben sind, sollten sie nicht tätowiert werden. Dies hat verschiedene Gründe.

Image of a magnifying glass on a mole.

Zum einen ist es rein ästhetisch für den Tätowierer äusserst schwierig einzuschätzen, wie sich die eingebrachte Farbe in dem Tattoo verhält. Weiterhin bluten vor allem erhabene Muttermale deutlich stärker als normale Haut, da die Hautstruktur komplett verändert ist.

Ein weiterer Grund, warum Tattoos bei größeren und herausstehenden Muttermalen nicht gemacht werden sollten, ist, das die Muttermale sich mit der Zeit verändern können. Sie sind ein Indikator für bösartige Veränderungen der Haut, wie zum Beispiel Hautkrebs und sollten deswegen nicht mit Farbe verdeckt werden. Normalerweise wird in solchen Fällen um das Muttermal herum tätowiert oder mit den Muttermalen schon beim Design gearbeitet.

Generell sollte vor einer Tätowierung auf einem Muttermal sowohl ein Hautarzt (Dermatologe) als auch ein erfahrener Tätowierer beratend zur Seite stehen. Das Risiko eine ungewollte Verletzung herbeizuführen oder einen Indikator für ungesunde Haut nicht mehr zu sehen ist groß und sollte keinesfalls ohne professionelle Beratung eingegangen werden. In den USA ist es in einigen Bundesstaaten deshalb sogar per Gesetz verboten Muttermale zu tätowieren.

Um eine großflächige Tätowierung trotz Muttermalen zu realisieren ist es außerdem möglich vor der Tattoo-Session die Muttermale fachmännisch von einem Dermatologen entfernen zu lassen. Hier sollte jedoch bedacht werden, dass durch das Entfernen eine Narbe entstehen wird, die erst vollständig verheilen muss, bevor sie tätowiert werden kann.

Narben und Tattoos

Entstehung von Narben

Narben sind das Endstadium einer nicht komplett gelungenen Wundheilung. Wenn beispielsweise das Gewebe durchtrennt wurde oder die Haut sehr tief eingerissen wurde, wird die Lederhaut (die Hautschicht unter der Oberhaut) verletzt und es kommt zu Narbenbildung. Die Narbe ist anfangs meist rötlich gefärbt und wird im Laufe der Zeit deutlich heller als die umliegende Haut. Bei besonders starken Verletzungen wird die Narbe ausserdem erhaben und ist uneben.

Tätowieren über Narben

Tattoos sind eine gute Möglichkeit um Narben zu verdecken. Um über eine Narbe zu tätowieren sollte diese UNBEDINGT (!) vollständig abgeheilt sein. Dabei gilt, je länger die Narbe schon verheilt ist, desto besser. Ein Tätowierer kann mit entsprechender Erfahrung sehr gut einschätzen, ob eine Narbe bereits genug verheilt ist, um tätowiert werden zu können.

A tattoo on a scar.

Durch das Tätowieren wird ein ähnlicher Effekt bei der Narbe erzielt wie beim Microneedling. Die Haut wird minimal in der Oberhaut verletzt und es stellt sich eine erneute Wundheilung ein, die das Narbengewebe zurückgehen lässt. Erhabene Narben werden dadurch flacher und das Narbengewebe nimmt die Farbe gut auf.

Obwohl sich Narben eigentlich relativ gut Tätowieren lassen, ist es dennoch ratsam vorher der Tattoo-Session die Haut von einem erfahrenen Tätowierer anschauen zu lassen, um herauszufinden, ob dass gewünschte Tattoo mit dem Narbengewebe funktionieren wird. Je nach Hautschaden kann es Sinn machen, gar nicht die Narbe als solches zu tätowieren, sondern sie ins Design mit einfliessen zu lassen. Denn nicht alle Arten von Narben lassen sich tätowieren. Auch sollte damit gerechnet werden, dass das Tätowieren auf Narben mehr Schmerzen verursachen kann als auf normaler Haut. Narbengewebe ist meist empfindlicher als normale Haut und sollte deshalb vorsichtig behandelt werden.

Sommersprossen und Tattoos

Sommersprossen sind im Gegensatz zu Muttermalen Pigmentablagerungen in der Haut, die vor allem bei Menschen mit blonden und roten Haaren auftreten. Diese Pigmentflecken entstehen durch vermehrte Melaninproduktion in den Hautzellen. Aus diesem Grund treten sie besonders im Sommer, bei Sonneneinwirkung, stärker in Erscheinung.

Image of a shoulder with freckles.

Das Tätowieren von Sommersprossen ist, genau wie das Tätowieren von Pigmentflecket (Altersflecken), uneingeschränkt möglich. Allerdings sollte bereits beim Designentwurf beachtet werden, dass sich die Sommersprossen bei Sonneneinwirkung verändern und dunkler werden können. Deshalb empfiehlt es sich, das Tattoo stechen zu lassen, wenn die Sommersprossen am dunkelsten sind. Dies ist meist im Sommer der Fall, einer eigentlich ungünstigen Zeit für Tattoos (siehe unsere Advice Hub Artikel „Zu welcher Jahreszeit ist es am besten sich tätowieren zu lassen?“).

Fazit

Ob das Tätowieren auf veränderter Haut möglich ist, sollte immer individuell entschieden werden. Den besten Rat kann dabei immer ein erfahrener Tätowierer geben. In manchen Fällen macht es Sinn, vorher mit einem Hautarzt zu sprechen, um das Risiko zu minimieren.

Wenn du dich für ein Tattoo entscheiden hast, kannst du hier nachlesen, wie lange dein Tattoo zur Heilung benötigt.

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